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Samstag, 24. Juni 2017

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Gesellschaft, Abstieg + Ratlosigkeit

the path

Oliver Nachtwey analysiert die Ursachen von Ungleichheit und Unsicherheit und befasst sich mit dem Konfliktpotenzial, das dadurch entsteht: Selbst wenn Deutschland bislang relativ glimpflich durch die Krise gekommen sein mag, könnten auch hierzulande bald soziale Auseinandersetzungen auf uns zukommen, die heute bereits die Gesellschaften Südeuropas erschüttern.

Die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs war eines der zentralen Versprechen der »alten« BRD - und tatsächlich wurde es meistens eingelöst: Aus dem Käfer wurde ein Audi, aus Facharbeiterkindern Akademiker. Mittlerweile ist der gesellschaftliche Fahrstuhl stecken geblieben: Uniabschlüsse bedeuten nicht mehr automatisch Status und Sicherheit, Arbeitnehmer bekommen immer weniger ab vom großen Kuchen.
 

Oliver Nachtwey, geboren 1975, ist Fellow am Frankfurter Institut für Sozialforschung. Er hat an den Universitäten Jena, Trier, Darmstadt und Frankfurt am Main zu Arbeit, Ungleichheit, Protest und Demokratie gelehrt und geforscht. >> BUCH


Vollbeschäftigung ist ein Märchen und die Zahlen, die das Statistische Bundesamt oder die Bundesagentur für Arbeit liefern, täuschen vor allem über die Qualität der Arbeit hinweg. Zuletzt wurde durch die Agenda 2010 der Druck auf alle Menschen erhöht, ein Beschäftigungsverhältnis anzunehmen. Mehr Leute akzeptieren heute Jobs, die sie vor 30 Jahren mit ihren Qualifikationen nicht angenommen hätten.

Für viele Menschen stellt sich unsere Gesellschaft als eine nach unten fahrende Rolltreppe dar, gegen die sie anlaufen müssen, um nicht abzusteigen. Heute ist diese Sicherheit weggebrochen, sowohl für Niedrig- wie auch für viele Hochqualifizierte. Bildungsaufstieg setzt sich nicht mehr automatisch in mehr Wohlstand um. Wenn sich alle auf die Zehenspitzen stellen, kann keiner besser gucken. Wer mehr Geld in Bildung investiert, aber die Beschäftigungsverhältnisse prekär lässt, verkehrt ihr Emanzipationspotenzial - und die Ausbildung wird zu einem weiteren Austragungsort von Wettbewerb und Konkurrenz. >>
Artikel - "Lauter kleine Narzissten, auf Wettbewerb getrimmt"


Friend & Family Verhalten ist Grundlage in Gesellschaft und Wirtschaft

Abseits des formalen gesellschaftlichen Lebens und den offiziellen Abläufen in der Wirtschaft unterliegt das Prinzip Friend & Family als verharmloste Lebenslüge. Tun wir nicht so als wenn Vitamin B, also die Ebene wo Wirtschaft auf Beziehungen und Vetternwirtschaft beruht, nicht eine tragende Rolle spielte und Aufstieg- bzw. Abstieg die 2. Instanz darstellt. Dieses Prinzip lässt sich auf alle Bereiche unseres Lebens, Wirtschaft und Politik übertragen: Nach mir und meiner Familie (Partei, Freunde, Firma...) die Sinnflut! "Jeder ist sich selbst der Nächste" ist ein Grundprinzip das viele Facetten der Innenwelten beleuchtet und mit einer reifen, erwachsenen und auf ethischen Erfahrungswerten beruhenden Entwicklung des Menschen zu tun hat, die mit Bildung allein nicht zu erreichen ist. Wir machen uns vor, dass eine akademische Grundlage und Eliltenbildung die heutigen Werte ausmacht und erkennen nun, das ist nur eine komplett überbewertete Teilwahrheit mit weitreichenden Folgen...

 

Autonomie, Individualisierung und Sicherheit

Widerstand und der Wunsch nach einer neuen politischen Gemeinschaft  - der neoliberale Kapitalismus, Sozialismus und die soziale Marktwirtschaft haben versagt und "die Linke" haben keine alternative Erzählung anzubieten. Der immer mehr an Form sichtbar werdende chaotische Wandel wird in der Breite der Gesellschaft meist noch eher unterschwellig wahrgenommen und auch die Erkenntnis, dass die Eliten keine Antworten haben. Sie bieten keine Steuerungsmechanismen, die vertrauenswürdig und zielgerichtet den neoliberalen Systemen entgegensteuern, um wachsende Ungleichheit und Ausuferungen zu begrenzen. Siehe TTIP und CETA. Aus den Lagern von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gibt es keine Anzeichen von "Neuen Denken", Erkenntnisse des gerade stattfindenden Paradigmawandels, der unweigerlich seinen Lauf nimmt.

Menschen sind keine Mechanismen die linear funktionieren, sondern multidimensional Ausdruck suchen und sich keiner Ordnung hingeben wollen, die Beschränkung und Eindimensionalität von der Masse fordert, damit einige Wenige die "angeblichen" Vorteile für sich selbst sicherstellen. Dabei ist Geld und materielle Grundlage ein Druckmittel, weil künstlicher Mangel von Dingen ablenkt, die Machtverhältnisse zu durchschauen.

 

Mindfulness Mindsets

Gegenentwürfe gibt es jede Menge, werden aber meist noch belächelt oder als Nische angesehen, die kaum Chancen haben auf Akzeptanz, bis auch der letzte Nutzniesser eines untragbar gewordenen Systems die selbstgemachten Scheuklappen abreisst. Und dabei ist nicht mehr Perfektion und Produktions-Effiziens die oberste Maxime, sondern Raum für Experimente, Lernen aus Fehlern, Transparenz und Anerkennung auf Augenhöhe eine Werteorientierung.

 

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