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Dienstag, 27. Juni 2017

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Personalisierte Ernährung?

By Scott Bauer, USDA

Eine DNA-Analyse genügt - schon lässt sich der perfekte, individuelle Ernährungsplan zusammenstellen. Reine Vision? Wenn es nach Forschern und Lebensmittelkonzernen geht, entscheiden bald unsere Gene darüber, was auf dem Teller landet. Fortan essen wir nicht mehr, wonach uns gelüstet, sondern was unser Genprofil diktiert. Klingt abstrus, könnte aber wahr werden. Inzwischen arbeiten ganze Abteilungen im Bereich der Nutrigenomik und erforschen die Wechselbeziehungen zwischen Ernährung und Erbgut.

Gehören Adipositas, Diabetes und Co. also bald der Vergangenheit an, wenn wir essen, was den Genen schmeckt? "Eher nicht", sagt Sascha Sauer vom Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin. www.spiegel.de

Da drängt sich die Frage auf, ob wir wegen der Komplexität der natürlichen Entwicklung den gesicherten Bereich verlassen und keine Ahnung haben, welche Auswirkungen unsere Eingriffe langfristig haben werden. Betrachten wir die Geschichte, tauchten früher oder später Probleme auf und die Evolution tat das Übrige. Aber welche Folgen menschliche Eingriffe in die Umwelt bezüglich Pflanzen- und Tierwelt gebracht haben, verstehen wir nur annähernd. Unter dem Begriff Biodiversität oder Resilienz sind meist nur Experten bewandert, was es damit auf sich hat.

Wir forschen munter drauf los, und nur weil etwas machbar ist, setzen wir es um. Nicht wegen der Heilversprechen, die meist nur vorgeschoben werden für Gesundheit, Wohlstand oder Armutsbekämpfung, die für eine bessere Welt durch Wissenschaft und Technologie sprechen. Aber so einfach ist es nicht, wie immer gibt es viele Schattierungen, d.h. nichts ist oder bleibt so wie es scheint.

Food4me

Es besteht Bedarf, die Chancen und Herausforderungen auf dem Gebiet der personalisierten Ernährung umfassend zu analysieren. Außerdem bleibt die fundamentale Frage bestehen: „Wie können wir unser derzeitiges Verständnis über Nahrungsmittel, Gene und physische Anzeichen am besten für den Entwurf einer gesünderen Ernährungsweise anwenden, die genau auf den einzelnen Menschen zugeschnitten ist?“ Ist es möglich, eine bessere, gesündere und individuellere Ernährungsweise zu entwerfen? Wenn wir die Beziehung zwischen Nahrung und Genexpression verstehen, könnte das Wirklichkeit werden. Food4Me ist ein Forschungsprojekt, das von Universitäten durchgeführt und von der EU finanziert wird. Es hat zum Ziel, alle Aspekte dieser hochinteressanten Fragestellung zu untersuchen. Das Food4Me-Konsortium wird von Prof. Mike Gibney vom University College Dublin geleitet und besteht aus 25 Partnern aus 12 europäischen Ländern. www.food4me.org

Ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil

Unsere Gesundheit hängt stark von unserem Lebensstil und unserer Ernährung ab. Beides beeinflusst wie viele Kilos die Waage anzeigt und auch das Risiko, an irgendeinem Zeitpunkt im Leben an einer chronischen Krankheit wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebs zu erkranken.

Die Anzahl fettleibiger Personen und die Häufigkeit nicht ansteckender Krankheiten haben über die vergangenen Jahrzehnte dramatisch zugenommen. Im Jahr 2008 hatten ungefähr 1,4 Milliarden Menschen Übergewicht. Dies belastet die Gesellschaft nicht nur durch höhere Kosten im Gesundheitswesen und Fehlzeiten am Arbeitsplatz, sondern bereitet auch persönliches Leid und senkt die Lebensqualität. Obwohl wir wissen, dass eine Umstellung der Ernährung und des Lebensstils vorbeugend gegen Fettleibigkeit und Krankheiten wirkt, ist dies leichter gesagt als getan.

Wer trägt die Verantwortung dafür, diesen Trend umzukehren? Mal abgesehen von Verbraucherorganisationen, Lebensmittel- und Getränkeindustrie und dem Handel, liegt es nicht auch am Endverbraucher, die eigene Ernährung und den Lebensstil zu verändern, oder ist nicht eher die Regierung gefragt, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zu unternehmen?

FUND and PlayDecide + European network of Science centers and museums

FOTO: By Scott Bauer, USDA [Public domain], via Wikimedia Commons

 

Ernährung und Nachhaltigkeit

 

Als nachhaltig bezeichnet man Ernährungsweisen mit geringerer Umweltbelastung. Die genaue Ermittlung der Höhe dieser Belastung ist jedoch schwierig, da verschiedene Faktoren wie etwa der Ausstoß von Treibhausgasen, Land- und Wasserbedarf, sowie Auswirkungen auf andere Pflanzen und Tiere berücksichtigt werden müssen. Ungeachtet dessen hat der Verzehr von tierischen Produkten die größten Auswirkungen auf den Planeten.


Übergewicht & Fettleibigkeit

Menschen mit extremer Fetteinlagerung werden als übergewichtig oder fettleibig bezeichnet. In 2008 hatten mehr als 50% der Erwachsenen in Europa Übergewicht, und ungefähr 20% waren fettleibig. Bei Kindern und Jugendlichen hatten 20% Übergewicht, davon war ungefähr ein Drittel fettleibig.


Lebensmittelwerbung

Endverbraucher, unter anderem auch Kinder, werden durch Werbung und Verkaufsstrategien für Lebensmittel und Getränke beeinflusst. Die Europäische Union führt daher fortwährend einen Dialog mit der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, um Werbung, die an Kinder gerichtet ist, zu begrenzen.


Lebensmittelabfälle

Etwa die Hälfte der produzierten Lebensmittel wird weggeworfen. In Europa entstehen 42% dieser Abfälle im Haushalt, wobei 60% davon vermeidbar wären. Eine Vermeidung von Lebensmittelabfällen würde nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch den Geldbeutel.


Spaß an der Veränderung

Eine einfache Treppe mit Klaviertasten (mit Ton) als Stufen - dieses Experiment an einer Stockholmer U-Bahnhaltestelle hat gezeigt, dass ein ‘Spaß-Element’ im Alltag die Bewegung fördern kann. In diesem Fall haben 66% mehr Leute die Treppe benutzt als die Rolltreppe. Ob dies langfristige Auswirkungen hat, muss jedoch noch erforscht werden.


Sozial benachteiligte Menschen

Menschen aus sozial benachteiligten Gruppen sind häufiger fettleibig. Ihre Wohngegenden begünstigen selten aktive Fortbewegungsmethoden oder Freizeitaktivitäten, sie haben oft einen geringeren Zugang zu Bildung und Informationen über einen gesunden Lebensstil. Als Folge von Geldnot sind ihre Ernährungsweisen oft arm an Nährstoffen und reich an Kalorien.


Positive Verstärkung

Anstatt vieler Vorschriften wird dem Verbraucher durch kleine Veränderungen und Andeutungen die Entscheidung für einen gesünderen Lebensstil leichter gemacht. Beispiele hierfür sind, in Kantinen Salate mehr ins Blickfeld zu rücken oder in Städten und Wohngebieten mehr Möglichkeiten für eine aktivere Freizeitgestaltung einzurichten. Der Ansatz der positiven Verstärkung trifft auf großes Interesse bei öffentlichen Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge.


Ernährungsempfehlungen

Lebensmittel-basierende Ernährungsempfehlungen sind einfache Botschaften zur gesunden Ernährung für die breite Öffentlichkeit, zum Beispiel: ‘Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag’. Sie enthalten keine zahlenmäßigen Empfehlungen wie etwa ‘beschränken Sie die Einnahme von gesättigten Fettsäuren auf 10% Ihrer Gesamtenergieaufnahme’, welche weit schwieriger in der Anwendung sind.


Änderung von Lebensmittelrezepturen

Die Europäische Lebensmittel- und Getränkeindustrie arbeitet an Verbesserungen der Rezepturen von verarbeiteten Lebensmitteln (etwa durch eine Verringerung des Gehalts an Salz, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Gesamtenergie). Dies soll zu gesünderen Ernährungsweisen beitragen.


Kennzeichnung von Lebensmitteln

Haben Sie gewusst, dass in der Europäischen Union die Kennzeichnung von abgepackten Lebensmittel verpflichtend vorgeschrieben ist? Es gibt strenge Vorgaben darüber, welche Nährstoffe angegeben werden müssen. Sogar die Schriftgrößen dieser Angaben sind geregelt.


Energiebedarf

Der individuelle Bedarf an Energie hängt von Geschlecht, Alter, Körpergröße, Gewicht und der körperlichen Aktivität der Person ab und kann sehr unterschiedlich sein. Deshalb sind allgemeine Ernährungsempfehlungen zur Energieaufnahme (z.B. 2.000-2.500 Kalorien am Tag) nur begrenzt anwendbar und dienen eher als Richtwert (für den Einzelnen), nicht als feste Vorgabe.


Ernährung, Lebensstil und Gesundheit

Im heutigen Europa (2013), hängen 6 der 7 größten Risikofaktoren für frühzeitige Todesfälle (hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, hoher Body Mass Index, unzureichende Aufnahme von Obst und Gemüse, Bewegungsmangel und Alkoholmissbrauch) davon ab, was und wie viel wir essen und trinken und wie viel wir uns bewegen.


Ausgewogene Ernährung

Um gesund zu bleiben, benötigt unser Körper ungefähr 40 verschiedene Nährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren,...). Die Zusammensetzung dieser Nährstoffe ist in jedem Lebensmittel bzw. in jeder Mahlzeit anders. Die Art und Weise wie diese Lebensmittel kombiniert werden bestimmt, ob eine Ernährungsweise gesund ist oder nicht. Zwischendurch naschen ist kein Problem, solange die gesamte Ernährung in Bezug auf Inhalt und Menge ausgewogen ist.


Nährstoffdichte

Mit der Nährstoffdichte wird das Verhältnis von Nährstoffen zum Energiegehalt des Lebensmittels angegeben. Zu den Lebensmitteln mit hoher Nährstoffdichte zählen beispielsweise Obst und Gemüse, die reichliche Mengen von Vitaminen und Mineralstoffen enthalten, aber durch ihren hohen Wassergehalt einen relativ geringen Energiegehalt aufweisen.


Energiebilanz: kleine Schritte

Treppensteigen, eine Haltestelle früher aussteigen oder ein fettreiches Produkt durch eines mit geringerem Fettanteil ersetzen: dies alles sind Beispiele für kleine, leicht realisierbare Schritte, die zur Erhaltung eines gesunden Körpergewichts beitragen können.


Essstörungen

Ungefähr 1% der Europäischen Bevölkerung leidet unter einer Essstörung (wie etwa Magersucht, Bulimie oder Heißhungeranfällen). In diesen Fällen wird Essen zu einer Besessenheit und die Betroffenen unternehmen oft extreme Maßnahmen, um an Gewicht zu verlieren. Essstörungen kommen bei Frauen etwa 3-8-mal häufiger vor als bei Männern.


Energiebilanz

Unter Energiebilanz versteht man das Verhältnis von ‘Energieaufnahme’ (durch Essen und Trinken aufgenommene Kalorien) zu ‘Energieverbrauch’ (durch Körperfunktionen und Bewegung verbrauchte Kalorien). Eine unausgeglichene Energiebilanz führt langfristig zu Änderungen des Körpergewichts.


Geschmacksvorlieben

Säuglinge haben eine angeborene Vorliebe für Süßes und lehnen Lebensmittel ab, die bitter schmecken. Dies ist wahrscheinlich eine evolutionäre Anpassung, die die Aufnahme von nährstoffreichen Lebensmitteln (z.B. Obst) fördert, und gleichzeitig vor potentiell giftigen Substanzen (z.B. Giftpilz) warnt.


Gemeindeweite Maßnahmen

Es hat sich bewährt, bei Maßnahmen für einen gesünderen Lebensstil die ganze Gemeinde bzw. Nachbarschaft einzubinden. Wenn z.B. Bürgermeister, Ladeninhaber, Lehrer, Sportvereine und die Medien mit eingebunden sind, hat dies positive Auswirkungen. In einem 5-jährigen gemeindeweiten Großversuch unter dem Namen EPODE waren nur 8,8% der Kinder übergewichtig, verglichen mit 17,8% in zwei Nachbargemeinden.


Bio-Lebensmittel

Die ökologische Landwirtschaft schont Umwelt und natürliche Lebenszyklen; zum Düngen oder zur Schädlingsbekämpfung werden keine Chemikalien verwendet. Ob Bio-Lebensmittel tatsächlich gesünder sind, ist noch umstritten. Bio-Obst und Bio-Gemüse enthalten genauso viele Nährstoffe, jedoch ist die Keimbelastung höher. Herkömmlich angebaute Lebensmittel weisen dagegen oft höhere Konzentrationen an Pestiziden auf (aber noch gesundheitlich unbedenklich)

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