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Sonntag, 24. September 2017

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Pikachu + die Probleme des Kapitalismus

Pokénomics" - It’s Pikachu, stupid! Das mobile Augmented Reality-Spiel Pokémon Go steht mit seinem Geschäftsmodell exemplarisch für ein Akkumulationsproblem des gegenwärtigen Kapitalismus. Auch symbolisch zeigt es auf, dass virtuellen Realitäten (Börse + reines Buchgeld) inzwischen mehr Wert beigemessen wird als der Natur oder realen Leistungsgrundlagen. Verbrachte man vormals seine Freizeit mit Bowling oder Kinobesuchen, so floss das ausgegebene Geld an lokale Gewerbetreibende, die damit wiederum Jobs geschaffen haben. Gibt man sein Geld hingegen bei Pokémon Go aus, bei Amazon oder chattet man auf Facebook, fließt dieses fast ausschließlich an die beteiligten Technikkonzerne. Und im Gegensatz zu älteren Großindustrien wie der Automobilwirtschaft kreieren diese nicht nur weit weniger Jobs und nur in Ballungszentren, sondern sie verfügen auch kaum über lokale Anschlussökonomien wie etwa Werkstätten oder Reifenhändler. Das berührt alle Problemkreise die mit dem neuen Zeitalter der Digitalisierung und Artificial Intelligence sowie Industrie 4.0 zu tun haben. Alle Geschäftsmodelle zielen möglichst auf Masse und Konzentration in globalen Grössenordnungen ab, meist mit negierten Nachteilen wie u.a. Steuervermeidung der Grosskonzerne. Mehr...

Digitalisierung_ Altes Denken spät erwacht

Zu spät erwacht? „Es ist Zeit, Wirtschaft neu zu denken – ohne Angst vorm Scheitern, mit Lust auf Zukunft“. Auf solche Zustände haben Generationen von Schülern dieser Welt gewartet, und unser Bildungssystem wartet immer noch. Und hier der Grund des Umdenkens, was noch lange kein Umbau darstellt: Dietmar Dahmen ist der Rock’n’Roller unter den Zukunftspropheten. „Stellen Sie sich vor, Sie als CEO haben vier Asse auf der Hand, Ihre Marke ist unsterblich, Ihre Produkte genießen Weltruhm, Ihr Vertrieb ist erstklassig und die Mitarbeiter lieben Sie. Und Sie spielen seit vielen Jahren schon Ihre Asse erfolgreich aus – bis plötzlich jemand den Raum betritt und einen Revolver zieht. Sie sagen, das ist gemein, das ist illegal, das ist nicht erlaubt, das gibt’s nicht? Aber das gibt’s! Beinahe täglich. Das nennt man Disruption.“ Und plötzlich reden alle von Zukunftswerkstatt, Mentoren, Vorreitern und Querdenkern. Dazu kommt der Ober-Schwabe und EU-Kommissar Günther Oettinger mit einem anderen Appell: Er warnt vor Europa-Bashing und dem „Rückzug ins deutsche Romantiktal“. E-Mobilität: Innovationsfähigkeit der BigPlayer Derart politisch gestärkt widmete sich der Kreis wieder der digitalen Transformation. Mehr...

E-Mobilität: Innovationsfähigkeit der BigPlayer

Drei Brüder einer Provinz Österreichs mischen die E-Autobranche auf, sie haben einen Akku erfunden, der die größten Probleme der E-Mobilität lösen könnte. Selbst VW hat dort probeweise die Umrüstung eines E-Golfs in Auftrag gegeben. Aber wie kommt es, dass ein kleines Familienunternehmen, geführt von drei Brüdern, in der milliardenschweren Autoindustrie auf Interesse stößt? Kreisel verspricht Batterien für E-Fahrzeuge, die leichter, kompakter und leistungsfähiger sind als alles, was derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Weltweit arbeiten Universitäten, Forschungseinrichtungen und Grosskonzerne mit immensen Aufwand an einer solchen Innovation, doch immer wieder zeigt sich, sehr häufig verändern einzelne Personen den Lauf der Welt. Meist kaufen die grossen Unternehmen Erfindungen komplett auf und geben den Anschein, die Vision, Kreativität und Innovationskraft im eigenen Hause zu haben. Dieser Mythos ist wichtig für Image und Marketing. Ideen sind frei, Patente nicht. Mehr...

Unfähigkeit zur Selbstwahrnehmung - Gesellschaftskonflikte

Gereizt, genervt, unzufrieden: Ständig optimieren wir uns selbst und merken nicht, wie fremd wir uns dabei werden. Der Philosoph Florian Goldberg warnt vor "geistigem Analphabetismus", der zur inneren Verwahrlosung ganzer Gesellschaften führen könne. Analphabetismus definiert das Lexikon als kulturell, bildungs- oder psychisch bedingte individuelle Defizite im Lesen oder Schreiben bis hin zum völligen Unvermögen in diesen Disziplinen. Entsprechend könnte man als geistigen Analphabetismus ebensolche Defizite im Entziffern oder Entwerfen des eigenen Inneren bis hin zur völligen Unfähigkeit zur Selbstwahrnehmung bezeichnen. Die Folge sind erhebliche Schwierigkeiten in der Kommunikation, die weitere Frustrationen und Konflikte nach sich ziehen. Alphabetismus kostet Zeit, Mühe und Geld: dieser entwickelt sich in dem Maße, in dem er von möglichst früh auf gefördert wird. Er braucht Zeit, Muße und zweckfreie, spielerische Zugänge zum Leben. Hatten frühere Bildungs- und damit Gesellschaftsideale noch den homo humanus, also den wahrhaft menschlichen Menschen im Sinn, unterwerfen wir unser Dasein zunehmend der wirtschaftlichen Verwertbarkeit. Es beginnt in Schulen und Universitäten und setzt sich im Berufsleben fort. Mehr...

Brexit ist nur ein Symptom

Der Abschied von der EU wird der britischen Wirtschaft schweren Schaden zufügen und könnte durchaus dazu führen, dass Schottland das Vereinigte Königreich verlässt – ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die Zukunft der europäischen Integration. In Großbritannien wurden diese beiden mächtigen politischen Strömungen – die Ablehnung der Einwanderung und der Klassenkampf – von dem weit verbreiteten Eindruck begleitet, die EU-Institutionen seien dysfunktional. Dies trifft sicherlich zu. Dazu muss man nur die letzten sechs Jahre der griechischen Krise betrachten, an deren Lösung die selbstsüchtigen und kurzsichtigen europäischen Politiker gescheitert sind. So ist es nur zu verständlich, dass das anhaltende Chaos in der Eurozone ausgereicht hat, um Millionen britische Wähler abzuschrecken. In Europa mehren sich bereits die Stimmen, die eine Bestrafung Großbritanniens als Warnung für andere Austrittswillige befürworten. Damit würde sich die europäische Politik von ihrer dümmsten Seite zeigen. Was muss also getan werden? Jeffrey D. Sachs: "Ich würde einige Maßnahmen vorschlagen..." Mehr...

Wer sind die Apples von morgen?

Wer Wissen teilt, weiß am Ende nicht weniger, sondern mehr. Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hat in einer groß angelegten Analyse 100 globale Herausforderer identifiziert - und zehn herausgefiltert, die vor allem den europäischen Konzernen gefährlich werden könnten. Zwischen 2009 und 2014 sind die Herausforderer laut BCG dreimal so schnell gewachsen wie ihre Mitbewerber in reifen Märkten. Für diese Rising Stars der aufstrebenden Märkte ist es nur eine Frage der Zeit, wann sie die Grenzen der Heimatmärkte überschreiten. Vom Weinkonzern bis zum Autobauer. The Good, the Bad and Ugly: Zehn Top-Herausforderer für Europas Konzerne, Global Leaders, Challengers, and Champions (BCG report, June 2016). Mehr...

TinyHouses zur Miete oder Co-Living?

Co-Living-Modelle oder Share-House Modelle sind wegen des absehbaren Wohnungsmangels auf vielen Ebenen im Gespräch. Diese Notwendigkeit ist nicht erst seit der Flüchtlingswelle akut, und alle Strategien von Wirtschaft und Politik zum scheitern veruteilt, solange sie nicht radikal neu denken. Es gibt zu diesem Thema schon eine Menge Entwicklungen, eine davon ist www.cabinspacey.com, und weil Startups heute hippe Hipster sind, wollen sie international und nur Englisch kommunizieren. Wie bei Gründerszene beschrieben, gibt es in der Stadt Berlin ein Beispielprojekt das Schule machen könnte. Dort geht man davon aus, dass es ungefähr 55.000 Dächer gibt, die Platz für neuen Wohnraum bieten – eine riesige, ungenutzte Ressource. Doch leider ist nicht alles so einfach, wie es sein könnte. Wird ein Hausdach bebaut, ist es nicht allein Sache des Hausbesitzers. Mobiles, Autarkes Leben Öffentliche Richtlinien zu Gebäudehöhe und Denkmalschutz müssen befolgt werden und stellen momentan noch teils unüberwindbare Hürden dar. Doch ein Architekten-Duo ist optimistisch. Die Stadt hat begriffen, dass sie in Sachen Wohnungsnot handeln muss. Mehr...

Verklärte Sicht auf Bildung + Silicon Valley

Eine rührende Vorschulgeschichte und die verkürzte blauäugige Sicht der tatsächlichen Verhältnisse. Ein knappes Jahr im kalifornischen Palo Alto - und alles verändert sich: Die Tochter besucht die Vorschule - ihre Erfahrungen zeigen, warum die coolsten Konzerne hier sind. Und warum das auch so bleibt, wenn sich Deutschland nicht bewegt. Allein die Begeisterung über die Tatsache, sich in einem priveligierten Umfeld zu bewegen, wo es angeblich jedem möglich sei, um sich mit Start-up-Gründern zu treffen, mit Professoren in Stanford sprechen oder Kaffee mit Wagnisgeldgebern trinken, um zu ergründen, was das Silicon Valley so erfolgreich macht. Die Tatsache dass hier Eltern und Kinder aus allen Ländern der Welt in einer friedlichen Multi-Kulti Gemeinschaft an der Zukunft arbeiten, ist schon als naiv anzusehen. Denn hier geht es ausschließlich um einsammeln der kreativsten Köpfe der Welt, und die Vorschule als Ausgangspunkt einer neuen Generation, die nichts anderes kennen als diesen Aspekt der Welt: "Jeden Morgen fühle ich mich dabei, als verabschiede sich meine Tochter zu einer Mini-Uno-Vollversammlung." Was für eine Weichspülerei, als wenn es in Deutschland nicht genau solche Elite-Inseln gäbe, die mit einer breiten Bildungspolitik und Chancengleichheit wie es z.B. Gerald Hüther vertritt, nichts zu tun haben will. Mehr...

Google´s SmartHome - Milliarden verpufft

Der Suchmaschinenbetreiber Google markierte 2014 mit seiner Übernahmestrategie beim SmartHome und SmartMetering-Trend einen vorläufigen Höhepunkt. Für 3,2 Milliarden Dollar übernahm Google den Thermostat- und Feuermelder-Hersteller Nest Labs, dessen Wachstumsfantasien von Google bereits davor mitfinanziert wurde. Damit hatte sich der Suchmaschinen-Betreiber ein erfolgreiches Design-Team ehemaliger Apple-Mitarbeiter eingekauft, unter dessen Mitarbeit auch der iPod entwickelt wurde. (CEO Fadell a tyrant bureaucrat + no results) Diese Entwicklung hat die Erwartungen niemals erfüllen können, und es zeigt sich einmal mehr, dass den Konsumenten nicht jede Spielerei zu verkaufen ist, zumal es jedem Laien ersichtlich war, das es mehr um die Einführung einer Standardisierung ging, um das vernetzte Haus mit der Argumentation von Energieeinsparung die Kosten der Infrastruktur auf den Konsumenten abzuwälzen. Doch der Kunde kann rechnen: Haustechnologie und Geräte können nur durch abschalten noch mehr Strom sparen, SmartHome ist nur ein relativer Vorteil für Hersteller und Dienstleister. Die völlig überzogene Summe von Google zeigt auch die Schwächen durch Grössenwahnsinn des Silicon Valley - Hintergrundbericht (engl.) Mehr...

Preis für soziale Architektur

Alejandro Aravena sagt dem weltweiten Immobilienmarkt mit seinem Projekt "Elemental" den Kampf an und führt Menschen, die über minimales Grundkapital verfügen, schrittweise an den Wohnungsbau heran. Der Pritzker-Preis ist so etwas wie ein Oskar unter den Architektur-Preisen und wurde in diesem Jahr zum 38. Mal verliehen an den chilenischen Architekt Alejandro Aravena. In den letzten Jahren hat Elemental mit seinen kreativen, synthetischen und stark sozial ausgerichteten Projekten die Aufmerksamkeit der Medien und der internationalen Fachpresse auf sich gezogen. Aravena hebt die Fackel des österreichischen Architekten Adolf Loos auf und glaubt, dass es zwischen dem Einfachsten, dem Besten, dem Nützlichsten und dem Anonymen keine großen Unterschiede gibt. „Viele Jahre lang haben wir Architekten auf das künstlerische Genie gesetzt. Aber der Preis, den wir dafür bezahlt haben, war die Bedeutungslosigkeit“, sagt er in einem Interview. Architektur ist nur ein Wundpflaster, Architektur kann nicht heilen. Das Symptom liegt ganz woanders. Öffentliches Bauen ist heute ein politische Frage. Mehr...

Möge die Macht mit uns sein

Die Services von Google, Facebook und Co. sind kostenlos und effizient. Sie sammeln jedoch Daten im großen Stil über uns und bestimmen mit Algorithmen unsere Handlungsoptionen. Verlieren wir dadurch unsere Autonomie und Handlungsfreiheit? Die politische Seite des kommerziellen Interesses an Big Data sieht vielleicht ganz anders aus. 2014 erschreckte Facebook die Öffentlichkeit mit dem Bekenntnis zu einer Studie über die Manipulierbarkeit (PDF) von 689.003 uneingeweihten Nutzern. Das Studienergebnis: Wem Facebook gezielt negativ gestimmte Beiträge aus dem News-Feed herausfiltert und somit vorenthält, postet dann selbst mehr Inhalte mit positiver Stimmung. Die eigentliche Brisanz liegt jedoch nicht in dem nur eine Woche andauernden Experiment selbst. Sie liegt darin, dass Facebook tagtäglich den News Feed sämtlicher seiner 1,5 Milliarden Nutzer filtert und vorsortiert, mit maschinenlernenden Algorithmen. Im Klartext: Facebook nimmt Einfluss auf die Emotionen von rund 20 Prozent der Weltbevölkerung. Mehr...

Internet der (materiellen) Werte

Nach Internet der Dinge (IoT) kommt Internet der Werte, die Blockchain-Ökonomie. Interessanterweise stellt die Blockchain auch diejenigen Geschäftsmodelle in Frage, die durch das Internet erst groß geworden sind: puts out of a job and lets the taxi driver work with the customer directly - Don Tapscott. Smart Contracts, die Blockchain der Verträge könnten auch eine Schlüsselrolle im Internet der Dinge spielen. Die in den letzten Jahren viel diskutierte Vision der “Industrie 4.0” lebt ja wesentlich von der Idee, Produktions- und Logistikprozesse zu dezentralisieren, zu automatisieren und Schritt für Schritt autonomer zu machen. Ein Endpunkt dieser Entwicklung ist erreicht, wenn sich Fertigungsaufträge selbständig durch die Wertschöpfungskette bis zum Endkunden steuern. Je höher die Autonomie der Maschinen, desto wichtiger wird es aber, ihr Handeln zu kontrollieren und sicherzustellen, dass das jeweilige System im Rahmen seines Pflichtenheftes agiert. Genau dafür eignen sich Smart Contracts. Möglicherweise ist die Blockchain also der Schlüssel, mit dem die ambitionierten “Industrial Internet”-Konzepte sich erst verwirklichen lassen. PDF-Report

Gute Journalisten ohne Journalismus

Es gibt gute Journalisten, aber es gibt keinen Journalismus mehr. Und das ist viel schlimmer als Donald Trump.” Es wird persönliche Konsequenzen für jeden einzelnen von uns geben, ganz egal, wie die Wahl ausgeht und wer am Ende gewinnt. Denn das, was Trump so viel Unterstützung eingebracht hat, wird nach der Wahl ja immer noch da sein. Wahrscheinlich ist es gut, dass es jetzt zum Vorschein kam, dann kann man vielleicht daran arbeiten. Exakt das gleiche könnte man bei uns über die politische Landschaft und die gesellschaftliche Spaltung über die AfD sagen. Die Debatte über die Ursachen und Auswirkungen ist in Gang gekommen, bleibt aber wie so oft in einer Diskussionskultur stecken, bis alles zerredet wurde. Und auch das ist Kalkül in einer Scheindemokratie, die mit ihren Lobbyisten die besten Köpfe der Rethoriker und Medienexperten der Werbeagenturen und Beraterunternehmen eingekauft haben. Noam Chomsky on Donald Trump: Almost a death knell for the human species. Sean Penn über seine Wut auf Medien und den US-Wahlkampf im Interview. Mehr...

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