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Montag, 21. August 2017

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Neue Kriterien und Rankings für Modemarken

rankabrand

Seit rund 5 Jahren untersucht rankabrand Modemarken auf ihre Maßnahmen und Resultate zur Nachhaltigkeit. Focus sind dabei die Themenbereiche Klimaschutz, Umweltschutz sowie faire Arbeitsbedingungen in der Produktion. In der Zwischenzeit hat sich viel getan. Nachhaltigkeit ist in der Modeindustrie kein Nischenthema mehr.  Die Anforderungen an Modehersteller haben sich in den Jahren ebenso weiterentwickelt. In diesem Jahr erweitert rankabrand daher die Bewertungskriterien. Das bezieht sich sowohl auf die Anzahl der betrachteten Themen im Detail, als auch auf die Forderungen die sich an die Modeunternehmen richten.

Die erweiterten Bewertungskriterien werden im Laufe des Jahres auf alle untersuchten Modebranchen angewendet. Den Anfang haben machen Modehäusern wie H&M, C&A, Zara und Primark. Die Rankings für Schuhhersteller folgen bald.

Die neue Rangliste

Die neuen Rankings für Modehäuser werden von C&A und H&M gemeinsam angeführt, gefolgt von Tchibo – Mode und Zara. Die Spitzenreiter der alten Rankings sind somit auch die neuen Anführer. Alle vier Modehäuser haben eine C-Label Bewertung erreicht. Tchibo – Mode und Zara konnten somit ihre vorherige Bewertung halten, C&A und H&M sind hingegen von einem B-Label auf ein C-Label abgesackt.

Das breite Feld im Ranking der Modehäuser erzielt hingegen eine D-Label Bewertung. In diese Kategorie haben sich Unternehmen wie Primark, Esprit, Vero Moda, KiK und Takko eingereiht. Die Schlusslichter im Ranking, mit einer E-Label Bewertung, sind unter anderem Mango, s.Oliver, NKD und New Yorker.

Neue Bewertungskriterien – Klimaschutz

Bezüglich Maßnahmen zum Klimaschutz möchten wir ab jetzt spezifisch wissen, ob Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen bezogen wird. Dabei ist uns ein Nachweis zum Lieferanten sowie zur Energieart wichtig. Darüber hinaus bedingt eine positive Bewertung, dass die bezogene Energie zum Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung beiträgt. Unter den gerankten Modehäusern konnte zu diesem Thema bisher nur Tchibo – Mode einen Bewertungspunkt erzielen. Die weiteren Bewertungsfragen befassen sich auch weiterhin mit allgemeinen Maßnahmen zum Klimaschutz im eigenen Betrieb sowie in der Produktionskette, Energieeffizienz in den Geschäften, Bilanzierung der Emissionen sowie Zielen zur Emissionssenkung.

Neue Bewertungskriterien – Umweltschutz

Den Themenbereich Umweltschutz haben wir sowohl um weitere Themen als auch um anspruchsvollere Kriterien erweitert. Die Bewertungsfragen zum Anteil nachhaltiger Rohstoffe in der Gesamtkollektion bleiben. Der Maximalwert wurde jedoch von 25% auf 90% hochgesetzt. Themen zum Tierschutz, Wasser- und Energieverbrauch sowie Einsatz von Chemikalien und Arbeitsbedingungen beim Rohstoffan- und -abbau werden hierbei implizit behandelt. Mit einem 38%tigen Anteil von OCS oder GOTS zertifizierter Baumwolle am Gesamtsortiment, erreicht C&A unter den gerankten Modehäusern den bisher höchsten Wert.

Neben den Rohstoffen ist das Thema Chemikalien auch weiterhin der zweite Schwerpunkt im Umweltbereich. Die Bewertungsfragen zur Entfernung von PVC, Chromium III / VI und flüchtige organische Verbindungen aus der Produktion bleiben. Gleiches gilt für die Frage zur Zielsetzung sowie Maßnahmen zur Beseitigung von gefährlichen Chemikaliengruppen wie Alkylphenole, Phthalate oder PFCs in der Produktion. Angelehnt an die Detox-Kampagne von Greenpeace möchten wir nun jedoch auch konkret wissen, ob zumindest eine oder drei der 11 priorisierten Chemikaliengruppen aus der gesamten Produktion entfernt wurden. Esprit und C&A können beispielsweise damit punkten, dass PFCs mittlerweile komplett beseitigt sind.

Weiterhin werden ab nun die Themen Müllaufkommen, Verpackungen für Kunden sowie Produktlebenszyklus neu behandelt. Es interessiert uns, welche Maßnahmen Modeunternehmen treffen, um die betriebseigenen Müllmengen (einschließlich Textilabfall) zu reduzieren. Gleiches gilt für Verbraucherverpackungen wie Einkaufstüten oder Versandverpackung. Hersteller wie Tchibo – Mode oder Zara können hier mit guten Maßnahmen und Bilanzierungen punkten.

Bezüglich Produktlebenszyklus möchten wir wissen, inwiefern Modeunternehmen ihren Kunden die Möglichkeit bieten, die Lebensdauer der gekauften Produkte zu erhöhen oder alte Kleidung zurückzugeben. H&M‘s Kleidersammlungs-Initiative ist hier ein gutes Beispiel. Modemarken wie Mud Jeans (‘Lease a Jeans‘) oder Patagonia (‘Worn Wear® program‘) sind zudem für weitere interessante Konzepte bekannt.

rankabrand

Neue Bewertungskriterien – Arbeitsbedingungen

Auch hier bleiben wir bei unserem Grundansatz: wir möchten wissen, welche Arbeitsstandards Modeunternehmen für Ihre Zuliefer setzen, ob sie sich in Organisiationen wie der Ethical Trading Initiative, Fair Labor Association, Made-By oder Fair Wear Foundation als Mitglied aktiv einbringen, ob sie eine aussagekräftige Liste über zumindest direkte Zulieferer veröffentlichen und welche Resultate durch die bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Produktion erreicht wurden.

Hinzu kommen nun jedoch auch Bewertungskriterien, die auf Maßnahmen und Resultate zur Verbesserung der Arbeitspraktiken in den Zulieferbetrieben zielen. Denn neben hohen Arbeitsstandards sind auch Investitionen in verbesserte Produktionstechniken von Bedeutung, um beispielsweise höhere Lohnzahlungen oder geringere Arbeitszeiten zu realisieren.

Des weiteren wenden wir nun Bewertungsfragen an, die darauf abzielen, welcher Anteil des gesamten Produktionsvolumens von direkten Zulieferern durch unabhängige Dritte wie der Fair Wair Foundation, FLO-Cert, GOTS oder SA8000 als konform bezüglich Arbeitsbedingungen anerkannt ist. Ob die Zahlung existenzsichernder Löhne realisiert wird, wird nun zudem spezifisch forciert. Und auch richtet sich nun unser Fokus auf Ergebnisse zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei der Weiterverarbeitung von Rohstoffen, beispielsweise in Baumwollspinnereien oder Gerbereien.

Während die untersuchten Modehäuser bei den alten Bewertungsfragen zu Arbeitsstandards und Mitgliedschaften in Multi-Stakeholder-Organisationen mittlerweile viele gute Bewertungen erreicht haben, fällt bei den neuen Bewertungsfragen auf, dass kaum mehr Überzeugendes aufgezeigt werden kann.

Beim tatsächlichen Status Quo bezüglich Arbeitsbedingungen in der gesamten Zuliefererkette, können die Modehäuser bisher fast keine positiven Bewertungspunkte erzielen. Es ist daher zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich zu behaupten, dass eines der untersuchten Modehäuser zu akzeptablen Arbeitsbedingungen produzieren lässt. Auf die entsprechende Resultate dazu, kommt es uns in Zukunft jedoch noch stärker an.

Die Bewertungskriterien..

..für Modehäuser können hier eingesehen werden.

http://rankabrand.de

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