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Samstag, 19. August 2017

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Mit nachhaltigem Tourismus Umwelt und Regionen stärken

© Claudia Domel

DBU fördert vielfältige internationale Projekte – Schwerpunkt bilden Mittel- und Südosteuropa. Hunderttausende Besucher strömen wieder zur Internationalen Tourismusbörse (ITB) nach Berlin. Jedes Jahr verreisen eine Milliarde Menschen. „Mittlerweile achten immer mehr Reisende und Touristikunternehmen auf ökologische und soziale Zusammenhänge“, sagt Ulrich Witte, Abteilungsleiter für Umweltkommunikation bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Denn nachhaltiger Tourismus – in Deutschland und international – sei wichtig für den Natur- und Umweltschutz und stärke die Entwicklung der Urlaubsregionen.

Während es hierzulande bereits Bemühungen für einen naturverträglichen Tourismus gebe, stehe die Entwicklung in Mittel- und Südosteuropa noch am Anfang. Witte: „Wir wollen bei Tourismus-Akteuren und Einwohnern ein Bewusstsein für den Umweltschutz schaffen und ihre eigene Handlungsfähigkeit fördern.“

Nachhaltiges Wirtschaften bedeute, soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung zu tragen – dafür stehe der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR), sagt Witte. In der Tourismusbranche beziehe er sich sowohl auf die eigenen internen Unternehmensprozesse als auch auf die Reiseangebote und die Bedingungen vor Ort. Das forum anders reisen in Freiburg, die Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung und die Zertifizierungsgesellschaft TourCert (beide Stuttgart) hätten gemeinsam Kriterien für Reiseunternehmen definiert, die sich am CSR orientieren – etwa zum Ausstoß von Kohlendioxid, Ressourcenverbrauch und zur lokalen Wertschöpfung. Reiseunternehmen würden darin geschult, sowohl ihre eigene Beschaffung als auch ihre Reiseangebote anhand dieser Indikatoren zu prüfen. In einem CSR-Bericht hielten sie neben den Ergebnissen der Auswertung auch ein Unternehmensleitbild und ein verbindliches Verbesserungsprogramm fest, die auch für die Kunden einsehbar seien. Nachdem externe Gutachter die Berichte geprüft hätten, entscheide ein Zertifizierungsrat über die Vergabe des Siegels „CSR Tourism Certified“. Am 5. März zeichnet TourCert bei der ITB wieder nachhaltige Tourismusunternehmen mit dem Nachhaltigkeits-Siegel aus. 

Auch Jugendherbergen achteten immer mehr auf Nachhaltigkeit, so DBU-Expertin Verena Exner. So hätten die „Jugendherbergen im Nordwesten“ als erster Landesverband im Deutschen Jugendherbergswerk ein nachhaltiges Unternehmenskonzept entwickelt und erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Das Projekt führe den Nachhaltigkeitsgedanken in 34 Jugendherbergen im Nordwesten Deutschlands ein – mit Impulsen für die deutschlandweit über 500 Jugendherbergen.

„Im Gegensatz zu Deutschland steckt die Entwicklung für einen nachhaltigeren Tourismus in den Balkanländern teilweise noch in den Kinderschuhen“, sagt Claudia Domel, DBU-Sonderbeauftragte für Mittel- und Osteuropa. So auch beim Naturpark Belasitsa, der sich im Grenzgebirge zwischen Bulgarien, Mazedonien und Griechenland befindet und durch vielfältige Naturwälder und die größten zusammenhängenden Esskastanienwälder der Balkanhalbinsel auszeichne. Durch ein trinationales DBU-Projekt zwischen Bulgarien, Mazedonien und Griechenland solle das Belasitsa-Gebirge mit seiner vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt in eine nachhaltige Regionalentwicklung einbezogen und der Naturtourismus gefördert werden.

In Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Schutzgebietsverwaltungen und der Stiftung Europäisches Naturerbe entwickelten Pensionen, Restaurants und Naturparks konkrete Angebote für Touristen. Auf dem Programm stünden etwa das Erarbeiten einer dreisprachigen Image-Broschüre, einer Internetseite und Informationstafeln für Wanderwege. Zudem entwickelten Jugendliche und Studenten in Austauschprogrammen mit ihren Nachbarländern weitere naturtouristische Konzepte. Die Ergebnisse würden Reiseveranstaltern aus allen drei Ländern präsentiert, damit sie den Naturpark als Reiseziel in ihr Programm aufnehmen.

Geringes Umweltbewusstsein und eine mangelnde Qualifizierung der Akteure stünden auch der europäischen und globalen Bedeutung der Ohrid-Region in Mazedonien als UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe und Schnittpunkt des Grünen Bandes Europa entgegen, so Domel. Das solle mit einem deutsch-mazedonischen Trainings- und Netzwerkprogramm für Reiseanbieter, Hotels, Verbände, NGOs und Dozenten der Fakultät für Tourismus Ohrid der mazedonischen  Universität Bitola geändert werden. Dazu entwickelten zunächst zehn lokale Akteure ein Trainingsprogramm etwa zu „Tourismus in Schutzgebieten“ oder „Umwelt- und Qualitätsmanagement“ mit einem Handbuch in Englisch und Mazedonisch. Im Sinne eines Schneeball-Systems sollten sie bis zu 260 Studierende der Universität Ohrid schulen und ebenso zahlreiche Kooperationspartner in der Region und den benachbarten Balkanländern qualifizieren, die dann ebenfalls ihr Wissen weitergeben. Um auch den Know-how-Transfer in Deutschland zu fördern, finde ein Teil des Programms in der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde statt.

„Die grenzüberschreitenden Projekte der DBU fördern auch das interkulturelle Miteinander und stärken dadurch den europäischen Gedanken“, betont Witte. „Dadurch, dass verschiedene Kulturen zusammen dieselben Ziele verfolgen, wächst auch das Verständnis untereinander. Letztlich ermöglichen die Projekte nicht nur einen sozialen Zugewinn für die Teilnehmer, sondern auch einen wirtschaftlichen und ökologischen für die jeweilige Region.“ Bisher hat die DBU über alle inhaltlichen Themenfelder insgesamt 457 internationale Projekte mit rund 53 Millionen Euro gefördert.

 

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