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Montag, 11. Dezember 2017

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Finanzmärkte verschleiern flammende Krise

Welt von Morgen

Die Liquiditätsströme des Quantitative Easing der Fed ermöglichten 2013 der Welt, wieder in die Verhaltensweisen der Zeit vor der Krise zurückzufallen: Verschuldung, Spekulationsblasen, Globalisierung, Finanzialisierung usw. Aber schon ein leichtes Abschmelzen der astronomischen Summen, die die amerikanische Zentralbank jeden Monat in die Finanzmärkte pumpte, reichte aus, um die akute und schwere Krise, die zugeschüttet unter dem vielen Geld weiter vor sich hin schwelte, wieder ausbrechen zu lassen.

Wie wir vorhergesagt hatten: Es konnte es nicht funktionieren, die Krise zu bekämpfen, indem man die Methoden, die sie verursachten, noch hemmungsloser anwendet - alles wurde dadurch nur noch viel schlimmer. Während des gesamten Jahres 2014 werden wir erleben, wie die umfassende weltweite Krise ihren alten Kurs wieder einschlägt, um die Welt von Gestern in die Welt von Morgen zu überführen. Denn, wie wir schon häufig schrieben, was diese Krise zu einer historischen macht, ist, dass sie ihre Veränderungen viel tiefer gehen als die einer Wirtschafts – und Finanzkrise und alle Bereiche der bestehenden Weltordnung erfasst haben; daran kann es nun wirklich keinen Zweifel mehr geben. Diese Krise ist nicht nur eine der Aktienmärkte, der Banken, des Immobilienmarkts und der Wirtschaft im Allgemeinen. Wesentlicher Teil von ihr sind auch die Wut der Menschen, die Verachtung oder gar der Hass auf die bestehenden politischen Systeme, die Verschärfung der geopolitischen Spannungen und die regionale Blockbildung.

Inhalt der gesamten Veröffentlichung:
1. WARUM SICH DIE FED MIT DEM TAPERING VERKALKULIERT HAT
2. DIE WELT FUNKTIONIERT SCHON BALD NACH ANDEREN REGELN
3. ZEIT, DIE BANKEN AN DIE KANDARE ZU NEHMEN
4. DIE WUT DER MENSCHEN

WARUM SICH DIE FED MIT DEM TAPERING VERKALKULIERT HAT

Die Entscheidung der Fed, allmählich ihr QE- Programm auslaufen zu laufen, baut auf mehreren Überlegungen auf. Die erste ist, dass das QE sich auf die Realwirtschaft nicht positiv auszuwirken vermochte, darüber hinaus immer größere Risiken der Bildung von Spekulationsblasen und der Fehlallokation von Finanzressourcen barg und überhaupt den Marktteilnehmern den Blick auf die finanziellen und wirtschaftlichen Realitäten verstellte. Die zweite ist, dass es der Fed sicherlich wichtig war, zu „zeigen“, dass die Wirtschaftslage sich verbessere und sie sich daher ohne Risiko aus ihrer Unterstützungsrolle zurückziehen könne. Die dritte Überlegung der Fed ist etwas anrüchig und wird von ihr nicht an die große Glocke gehängt; die Fed wusste, dass die Schwellenländer sich 2013 an die Liquiditätsströmen aus Amerika gewöhnt hatten und die Ankündigung ihrer Reduzierung allein sie in finanziellen Turbulenzen stürzen würde. Auf einen Schlag widmen sich die großen Wirtschafts- und Finanzmedien nur noch den Währungskrisen in den Schwellenländern, während die Lage in den USA und des Dollars aus dem Fokus gerät. Wer hat noch auf dem Radar, dass Puerto Rico vor der Zahlungsunfähigkeit steht?

Dass auch Chicago nicht mehr weiß, wie es seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen soll, oder dass das amerikanische System der food stamps, eminent wichtiger Baustein des amerikanischen Sozialsystems, immer weiter zurückgefahren wird, obwohl immer mehr Menschen darauf angewiesen sind? Oder dass die Kinderarmut inzwischen so weit verbreitet ist, wie man es sich in einem Land, das als reiches Industrieland gilt, eigentlich gar nicht vorstellen kann ?
 
 

Aber das dicke Ende kommt noch. Um das zu erklären, wollen wir die gegenwärtige Entwicklung mit Abstand betrachten und ganz grundlegende Überlegungen anstellen, auch wenn wir dabei vielleicht die globale Lage, die gegenwärtig niemand so richtig ermessen kann, vereinfacht darstellen.

Das quantitative easing der Fed überschwemmte die Finanzmärkte mit einem Übermaß an Liquidität. Dieses Geld investierten die Finanzmärkte u.a. in Ländern, in denen echtes Wirtschaftswachstum und entsprechende Renditemöglichkeiten zu finden waren, also in den Schwellenländern. Dieses Überangebot an billigem Geld förderte dort künstlich das Wachstum, das angesichts der Krise eigentlich hätte niedriger ausfallen müssen. Schlimmer noch, 2013 verfiel die Finanzwelt wieder auf die Methoden der Welt vor der Krise: Geld diente nur dazu, noch größere Kredite aufzunehmen. Finanzialisierung, Überschuldung, Dollardominanz, Globalisierungswahn ohne Rücksicht auf die Interessen der Menschen in den betroffenen Regionen (was z.B. auch ermöglichte, die transatlantischen und transpazifischen Freihandelsprojekte TTIP und TPP voranzutreiben); alle Plagen der Welt vor der Krise brachen wieder aus.

Dass es wegen der Geldpolitik der Fed nicht zu einer Inflation in den USA und einer Abwertung des Dollars kam, ist allein der Tatsache geschuldet, dass die Schwellenländer über ausreichend Wirtschaftswachstum verfügten, um die Dollarschwemme produktiv absorbieren zu können. Die Abwertung, die die Gegenseite der Medaille der Geldschöpfung hätte sein müssen, wurde durch die Wirtschaftsdynamik anderer Regionen der Welt aufgefangen.

Nun hat die Fed aber ihre Politik geändert. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich in der Erkenntnis der Fed- Verantwortlichen, dass das QE-Programm nur dann die amerikanische Wirtschaft am Laufen hält, wenn immer mehr Geld produziert wird. Dass das auf die Dauer nicht funktionieren würde, war sogar den amerikanischen Zentralbankern einsichtig. Allein schon Stagnation auf der Höhe von 85 Milliarden Dollar pro Monat wirkt de facto schon wie eine Geldmengenreduzierung. Und aus einer Sackgasse kommt man nur heraus, indem man umkehrt.

Daher reduzierte die Fed Anfang Januar ihr Aufkaufprogramm (Staatsanleihen und Hypothekenkredite) um 10 Milliarden und im Februar um weitere 10 Milliarden. Damit kauft sie momentan in jedem Monat weiterhin Hypothekenkredite im Wert von 30 Milliarden und Staatsanleihen im Wert von 35 Milliarden. Diese Reduzierung der Geldmengenerweiterung bedeutet, dass ein Viertel der indirekten „Finanzhilfen“ an die Schwellenländer nicht mehr zur Verfügung stehen. Daher konnte es nicht ausbleiben, dass deren Wirtschaftsleistung sinkt und damit auch die Währungen an Wert verlieren.

Und hier setzt nun der Bumerangeffekt ein: Erstens verlieren die Investitionen der westlichen Anlieger in den Schwellenländern entsprechend zur Abwertung dieser Währungen an Wert; damit haben sie Verluste erlitten, was natürlich auch an den Finanzmärkten negativ verzeichnet wird. Zweitens (und das ist bedeutender) nutzten die Zentralbanken der Schwellenländern in ihrem Bestreben, den Kursverfall ihrer Währungen einzudämmen, ihre Dollarreserven für den Kauf der Eigenwährung (6), was auf den Devisenmärkten zu einem Überangebot an Dollar und einer verstärkten Nachfrage nach den heimischen Währungen führt, was deren Kurs wieder ansteigen lässt. Zurzeit stoßen Länder wie die Türkei, Indien, Brasilien und Indonesien (pro Land) Dollars in Höhe von zig Milliarden Dollar pro Monat ab.

Die Schwellenländer wandelten sich von Dollarkäufer zu Dollarverkäufern. Die einzigen Länder, die bisher in der Lage waren, Dollar zu absorbieren, stoßen sie nun ab. Und Fed und US- Finanzministerium sind weiterhin dabei, jeden Monat 65 Milliarden Dollar zu schöpfen, die aber niemand mehr haben möchte. Wohin können sie dann noch fließen? Ein gewisser Teil fließt immer noch in Erdöl produzierende Länder, die ihr Produkt weiterhin gegen Dollar verkaufen. Aber überwiegend bleibt dieses neu geschöpfte Geld in den USA – deren stagnierende Wirtschaft es aber nicht einsetzen kann, wie dies bis vor kurzem den Schwellenländen noch möglich war.

Europäische Zentralbank mit ihrem OTM- Programm

Die Entscheidung des deutschen Verfassungsgerichts (BVerfG), dem Europäischen Gerichtshof die Frage zur Vorabentscheidung vorzulegen, ob die Europäische Zentralbank mit ihrem OTM- Programm ihre Kompetenzen überschritten habe, ist eines dieser Ereignisse in der Geschichte, dessen wahre Bedeutung erst viel später zu Tage tritt… Hintergrund in der FAZ

 

Quelle: GEAB vom 15. Februar 2014 (GEAB N°82)

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