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Dienstag, 17. Oktober 2017

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Konsum für eine bessere Welt

LOHAS bezeichnet den Lifestyle of Health and Sustainability. Zu Deutsch: Ein Lebensstil, der auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Dabei ist keineswegs von einer festen Gruppe zu sprechen, sondern es handelt sich um einen Wertewandel innerhalb der Bevölkerung.

„Es gibt keine Schuhschachtel, in die wir LOHAS-Anhänger stecken können“, sagt Peter Parwan. Er betreibt seit 2006 das Internetportal LOHAS.de und beschäftigt sich weltweit intensiv mit dem neuen Lifestyle. „Es handelt sich um einen Wandel, der sich bei verschiedenen Menschen, unabhängig voneinander vollzogen hat.“ Parwan spricht von einem evolutionären Bewusstseinswandel.

WER DAZU GEHÖRT
Anhand ihrer Wertvorstellungen und ihrem Konsumverhalten, lassen sich Menschen in die Kategorie LOHAS einstufen. Dazu zählen unter anderem soziale Aspekte: Kauft der Verbraucher nur Produkte, die unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden?  „Jeder hat einen anderen Fokus”, erklärt Parwan, „die eigene Lebensqualität ist wichtig.  Manche legen mehr Wert auf Gesundheit, die anderen auf Umwelt oder Fair-Trade.“ Die Meisten wüssten nicht einmal, dass sie zu der Kategorie LOHAS zählten.

WOHER KOMMT DER WANDEL?
„Wir leben nunmal in einer Gemeinschaft und reagieren auf äußere Einflüsse. Die industrielle Revolution, zum Beispiel, hat nicht nur die Wirtschaft verändert. Das neue Lebensumfeld hatte auch Auswirkungen auf die Bewusstseinsentwicklung der Menschen“, erklärt Parwan. In unserer Gesellschaft sei das Vertrauen in die Politik und die Wirtschaft verloren gegangen. „Die Menschen besinnen sich wieder auf sich selbst und fangen an zu fragen, ob alles richtig läuft. Ganz deutlich wird das an der Diskussion über Massentierhaltung, die gerade läuft. Sollten wir als Konsumenten einfach alles so hinnehmen wie es ist? Oder haben wir eine gewisse Verantwortung?“

KONSUM STATT POLITIK
Die neuen Grünen lassen sich nicht mit den Ökos aus den Achtzigern vergleichen. Es sind keine Idealisten, die durch Verzicht, Boykott oder politische Umbrüche die Welt radikal verändern wollen. LOHAS-Anhänger richten ihr Leben so aus, dass sie es mit ihren moralischen und persönlichen Vorstellungen vereinbaren können. Diese Einstellung kritisiert Mathias Preisner von der Greenpeace-Gruppe Hannover: „Es reicht nicht aus die Welt mit Konsum zu verändern. Das würde ewig dauern. Wir fahren ja auch nicht 30 in der 30er-Zone, weil wir es richtig finden, sondern weil es vorgeschrieben ist. Wir müssen uns politisch engagieren.“

DAS LAND DER GEGENSÄTZE: DIE USA ALS VORREITER
Der amerikanische Soziologe Paul Ray und die Psychologin Ruth Anderson veröffentlich-ten 2000 das Buch „How 50 Million people are changing the world“. Sie bezeichneten diese Konsumenten als „Cultural Creatives“. In einer Studie untersuchten sie, wie sich in den letzten zwanzig Jahren das Wertebewusstsein von Anwohnern in den USA verändert hat. Ergebnis war ein Konsumenten-Typ, der unter anderem ökologisch und gerecht konsumierte und der Welt möglichst wenig schaden wollte. Der LOHAS-Gedanke breitete sich schnell in den USA aus. Dies machte sich in Tagungen, Foren und unzähligen Internetgruppen bemerkbar. „Wir Deutschen sind viel langsamer“, meint Peter Parwan. „Wir wägen zu viel ab. Wir sind zu zögerlich, was aber auch mit unserer ganzen Mentalität und Vergangenheit zu tun hat.“

DIE SITUATION IN DEUTSCHLAND
In Deutschland beschäftigte sich der Trendforscher Eike Wenzel zum ersten Mal mit dem neuen Bewusstseinswandel. Er veröffentlich-te mehrere Bücher zum Thema LOHAS und dem grünen Lebensstil und verfasste zahlreiche Trendreports. Er schreibt, dass sich LOHAS-Anhänger als „moralische Hedonisten“ oder „idealistische Pragmatiker“ bezeichnen. Der Anspruch dahinter: Spaß und Genuss auf der einen, und kritischer Konsum und Nachhaltigkeit auf der anderen Seite.

EIN PHÄNOMEN DER OBERSCHICHT?
Der Bewusstseinswandel zeichne sich immer mehr ab, so Wenzel. 29 Prozent der Deutschen sagen, sie orientierten sich in ihrem Konsumverhalten am LOHAS. „Der grüne Markt wird immer größer“, resümiert der Trendforscher. Peter Parwan kann das nur bestätigen: „Die Wirtschaft springt mit auf, das heißt der Trend ist angekommen und etabliert sich. Damit geht auch einher, dass sich viele Unternehmen grün waschen.“ Unternehmen sollten ihre Konzepte transparenter und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Wo kommen Produkte her, wie werden sie hergestellt? Nur so könne Vertrauen geschaffen werden. „Leider stellen sich immer noch manche dagegen“, bedauert er.

STEIGENDER PRAGMATISMUS UND NEUE ANSTÖSSE
Viele Studien aus den letzten Jahren haben ergeben, dass LOHAS-Konsumenten zur Oberschicht gehören und Gut-Verdiener sind, die gerne bereit sind mehr zu zahlen. Von diesen Studien hält Parwan nichts: „Das sind Studien, die den Firmen sagen wollen, welche Zielgruppe sie bedienen müssen. Das ist alles Auslegungssache.“ Er betont, dass der nachhaltige Lifestyle weder auf eine soziale Schicht noch auf eine Altersgruppe beschränkt sei. Trendforscher Wenzel stimmt dem zu: „Viele LOHAS-Anhänger kommen aus Haushalten die weniger verdienen. Es ist keine Frage des sozialen Status, sondern der
Einstellung.“

ZUKUNFTSMUSIK
In den letzten Jahren seien LOHAS-Anhänger pragmatischer geworden, sagt Eike Wenzel. „Viele wollen Bio-Produkte, fairen und gerechten Handel, aber sagen auch, das soll nicht teurer sein.“ Die Internet-Community ist immens gewachsen. Auf diversen Internetportalen wie Utopia oder Karmakonsum, tauschen sich deutsche Befürworter des nachhaltigen Lebensstils aus und geben Tipps. „Wenn wir uns die Jugend ansehen, sieht man, dass es mehr Vegetarier gibt“, so Wenzel. Aus den USA schwappt außerdem eine neue Welle hinüber, die auch in die Kategorie LOHAS fällt: Die Frugalistas. Dazu zählen Lifestyle-orientierte, vorwiegend jüngere Menschen, die Konsum verweigern. Sie werden auch als Neo-Hippies bezeichnet. „Frugalistas vergleichen exzessiv Preise, suchen Schnäppchen auf Wochenmärkten, lieben 2nd Hand und kochen gerne alles selbst“, er-klärt Wenzel. In Zukunft werde auch ökologisch korrekte Technik wichtiger werden.

„In zehn, zwanzig Jahren wird es ganz normal sein, dass wir bewusster leben und darauf achten, dass alles gerecht und ökologisch ist“, prophezeit Peter Parwan. Die aktuelle Diskussion über Nachhaltigkeit sei ein Übergang, der sich so oder so vollziehen werde. „Unser Bewusstsein entwickelt sich. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Aber es könnte noch schneller gehen.“

Jenifer Becker

//Freie Journalistin / Autorin// Auf meinem Blog stelle ich Teile meiner praktischen Bachelorarbeit vor, die ich im Wintersemester 2010/2011 an der Fachhochschule Hannover erarbeitet habe.

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