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Freitag, 20. Oktober 2017

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Neue Nachhaltigkeit

GDI Nachhaltigkeit

Beim Begriff Nachhaltigkeit denken viele an Gutmenschen, die guten Gewissens Gutes tun. Doch die Verbesserung der Welt verlässt die Charity-Ecke, sagt Sven Gábor Jánszky. Sustainability wird zum Geschäftsmodell der Zukunft. Diese banale Wahrheit ist in unseren Diskussionen für viele gut meinende, ehrenamtlich Engagierte in zahllosen Umweltverbänden und Sozialvereinen manchmal schwer zu ertragen.

SOCIAL BUSINESS STATT BIG BUSINESS

Natürlich kennen wir noch nicht alle Details, wie die Energieversorgung der Welt im Jahr 2050 aussehen wird. Doch wir wissen, dass die grossen internationalen Energiekonzerne in den letzten Jahren einen Erkenntnisprozess durchgemacht haben: Sie haben erkannt, dass sie in Zukunft mit regenerativen Energien und der nötigen Infrastruktur viel Geld verdienen können. Sie können Geschäfte machen! Dies ist der Grund, warum die Energieversorgung der Welt sich inzwischen rasant verändert. Aus dem ehemals unlösbar scheinenden Problem ist schlicht eine Managementaufgabe der Grossindustrie geworden.

Social Business «Herr Trendforscher», höre ich einige jetzt rufen, «die steigende Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ist doch nicht nur den Profiterwartungen der Grossindustrie zu verdanken!» Richtig. Es gibt noch eine zweite Gruppe von Menschen, die wesentlichen Anteil daran haben, dass im Jahr 2020 mehr als zehn Milliarden Menschen in einer nachhaltigeren Welt als heute leben werden. Auch sie sind Unternehmer. Aber es sind Unternehmer einer neuen Generation. Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus hat es mit seiner Grameen Bank vorgemacht: Soziale Probleme lassen sich am effektivsten durch eine neue Generation von Unternehmen lösen.

Diese «Social-Business-Unternehmen» arbeiten uneingeschränkt wirtschaftlich und agieren profitorientiert. Ihre Manager verdienen viel Geld. Doch in einem entscheidenden Punkt unterscheiden sie sich von den meisten sonstigen Unternehmen. Denn statt ihre Gewinne am Jahresende unter den Gesellschaftern aufzuteilen oder an Aktionäre auszuschütten, dürfen diese Unternehmen ihre Gewinne ausschliesslich wieder in gute, nachhaltige Zwecke investieren. Die Liste der vielen tausend Social Businesses liest sich inzwischen wie das Who’s who der internationalen Wirtschaft.

ÜBERHOLTER WERTEBEGRIFF

Fehlt in dieser Aufzählung nicht noch jemand? Wo sind da jene Aktivisten geblieben, die seit Jahren unermüdlich und ehrenamtlich für eine nachhaltigere Welt kämpfen? Es mag nicht fair erscheinen oder sogar ungerecht. Aber mit dieser Realität müssen wir Zukunftsforscher immer wieder leben: Viele der First Mover haben die Basis gelegt, sie haben Lösungen aufgezeigt und Bewusstsein geschaffen. Doch wenn sie es nicht verstanden haben, ein Geschäftsmodell aufzubauen, für das viele Menschen ihr Geld ausgeben wollen, dann sind sie nur den halben Weg zum Ziel gegangen. Denn sie leben nach einem alten, überholten Werteverständnis von «Nachhaltigkeit».

WERTEORIENTIERTE FÜHRUNG

In Zeiten, in denen der technologische und gesellschaftliche Wandel einen Wertewandel mit sich bringt, stösst die Führung auf eine grosse Herausforderung. Denn in jedem der betroffenen Unternehmen gibt es Mitarbeiter, deren Werteverständnis fortschrittlich ist, und Mitarbeiter, deren Werteverständnis traditionell ist. Das Gleiche gilt für die Kunden. Deshalb muss werteorientierte Führung nicht nur Werte setzen und beschreiben, sondern permanent überprüfen und adaptieren. Verantwortungsvolle Unternehmen müssen ihre Werte neu definieren. Führungskräfte müssen sich mit Mitarbeitern auf neue Massnahmen verständigen, wie diese Werte zu erreichen sind. An dieser Stelle steht eine Vielzahl der Unternehmen vor echten Problemen. Und erstaunlicherweise haben die grössten Probleme oft jene Unternehmen, die in früheren Jahren sehr kompetent mit der wertorientierten Führung umgegangen sind. Warum?

WERTEWANDEL BEGINNT GANZ UNTEN

Mit Werten verhält es sich ähnlich. Auch der Wertewandel beginnt nicht in den oberen oder mittleren Segmenten der Gesellschaft. Überholte Werte werden am ehesten dort verändert, wo sie nicht mit Macht und Profit verbunden sind: bei den Jungen und sozial Schwachen in einer Gesellschaft. Doch der Wertewandel breitet sich aus. Dies ist natürlich keine Gesetzmässigkeit. Schliesslich haben wir es nicht mit Naturgesetzen zu tun, sondern mit Menschen, mit Ängsten und Hoffnungen, mit Liebe und Hass, mit Wünschen und Träumen. Menschen verändern ihr Leben und ihre Werte, wenn sie sich davon Vorteile versprechen. Diese sind natürlich verschieden: von Zugehörigkeit und Identität bis zum sozialen Aufstieg.

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