Michael Carolan
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Cheaponomics. Warum billig zu teuer ist

Michael CarolanWarum Geiz doch nicht geil ist. Billigprodukte haben schlimme Folgen für unsere Gesellschaft. Welche – und wie man sie vermeiden kann – beschreibt der amerikanische Soziologe Michael Carolan in seinem neuen Buch "Cheaponomics". Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie es möglich ist, dass alles immer billiger wird? Michael Carolan hat darauf eine simple Antwort: Es ist nicht möglich!

Die Dinge und ihre Herstellung werden nicht billiger – ihre Kosten werden nur immer besser versteckt. In "Cheaponomics. Warum billig zu teuer ist" > (ET 24.08.15) schildert Carolan die ökonomische und soziale Sackgasse, in die wir uns mit dem Billigwahn manövriert haben und macht deutlich, dass gerechtere Preise notwendig und möglich sind, ohne dass wir auf Wesentliches verzichten müssen.

"Billig ist nichts als eine Illusion, die wahren Kosten niedriger Preise sind exorbitant hoch", sagt Michael Carolan. Vor nicht allzu langer Zeit erstand er in einem Supermarkt eine Mikrowelle für weniger als zehn Dollar – ein Preis, den er kaum fassen konnte! Schließlich wurde das Gerät tausende Kilometer entfernt irgendwo in China hergestellt; Rohstoffe wurden dafür abgebaut und verarbeitet; und dann der Transport von China in die USA per Schiff und LKW… Ist das für knapp zehn Dollar zu leisten? Nein – denn der Preis an der Ladentheke deckt nur einen Teil der echten Kosten. In Wirklichkeit sind sie viel höher.

Wir bemerken sie zwar nicht in unserem Portemonnaie, aber, so Carolan, "an unseren Steuern, an den verschmutzten Meeren, am Klimawandel und an den Gesichtern derjenigen, die täglich mit Hunger, Krankheit und Krieg dafür bezahlen".

Anhand zahlreicher Beispiele von der Plastiktüte über Automobile bis hin zu unseren Kleidungs- und Lebensmitteln erklärt "Cheaponomics", wie das folgenschwere System, das die Kosten für Billigwaren auf die Umwelt, das Gesundheitswesen, den Steuerzahler, Arbeitnehmer oder die kommenden Generationen abwälzt, seine zerstörerischen Spuren hinterlässt.

Michael Carolan: "Cheaponomics. Warum billig zu teuer ist", 304 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, buch7.de –  22,95 Euro / 23,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Michael Carolan ist Professor für Soziologie an der Colorado State University. Er beschäftigt sich mit den negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen niedriger Preise. Sein persönlicher Albtraum des Billigwahns ist der US-Riese Walmart, wo er immer wieder "bizarres Anschauungsmaterial" für seine Vorlesungen entdeckt.

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Nachhaltigkeit + die Entdeckung Trojanischer Pferde…

Populäre Projektionen dessen, wie eine Bewusstseinsveränderung aussehen wird, sind in den meisten Fällen nur eine Neugestaltung der „alten Denkschablonen „. Eine größere, bessere Box, in der das Paradigma aufgewertet wird, das die Bedingungen verbessert, unter denen wir unsere Sucht auf eine „grüne“ Art und Weise genießen können.

So wichtig wie das ökologische Bewusstsein ist, es ist nicht genug. Das neue Paradigma kann nicht aus der intellektuellen Abstraktion einer dualistischen Interpretation einer „besseren Welt“ verwirklicht werden, die auf der Infrastruktur der existierenden Varianten-Matrix aufbaut, die dieses Paradigma erzeugt.

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