Raubbau an der Seele
Raubbau an der Seele

Vom Überfluss zum Überdruss

Raubbau an der Seele

So lautet die These des neuen Buchs »Raubbau an der Seele. Psychogramm einer überforderten Gesellschaft« > (ET 7.8.2017) von Wolfgang Schmidbauer. Denn noch immer glauben wir, unser Glück durch Konsum und Leistung erzwingen zu können.

Aggression und Depression als Folge einer überforderten Gesellschaft
Der moderne Mensch neigt dazu, sich selbst zu überfordern und auszubeuten: Perfektionismus, Rastlosigkeit und Gier heißen die Schlagworte dazu, auf die wir mit grundverschiedenen Mustern reagieren: die Einen neigen zu Burnout oder Depression, die Anderen werden aggressiv, betreiben Mobbing oder mutieren zum Wutbürger. Was wir dabei übersehen, ist, dass Probleme Teil des Lebens sind, die es zu meistern gilt – und an denen man wachsen kann! Wie viel leichter ist (oder erscheint!) es da doch, die schnelle Befriedigung im Konsum zu suchen oder gleich zur »Rundum-sorglos-Pille« zu greifen?

Medikamente sind nicht die Lösung
Seelische Ressourcen gehorchen den Gesetzen der Ökologie: Sie regenerieren sich, solange wir sie nur mäßig ausbeuten. Wenn aber die Grenze zum Raubbau überschritten wird, kippt das System und schon minimale Belastungen wirken dann überfordernd. Die Antwort der Konsumgesellschaft ist vorhersehbar: Man dringt nicht etwa zur Wurzel des Übels vor, so dass Regeneration wieder eine Chance hat, sondern vermarktet mit hohem Aufwand Medikamente gegen die Symptome.

Die wirklich wichtigen Dinge erkennen und schützen
Doch wie können wir dem Teufelskreis entkommen? Wie Widerstandskräfte entwickeln gegen die Zumutungen eines beschleunigten Lebens – jenseits von Medikamenten, Illusionierung und Verdrängung? Dem panischen Pillenkauf kann vor allem die Wiederentdeckung und Aufwertung sozialer Kontakte entgegenwirken; aber auch handwerkliches Tun und entschleunigende Praktiken sind heilsam. In seinem aktuellen Buch zeigt Schmidbauer, wie wir unser Leben wieder mit Sinn füllen können und wie es uns gelingt, die Stärke zu gewinnen, die wir benötigen, um für die Herausforderungen der Zeit gewappnet zu sein.

Wolfgang Schmidbauer ist Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher, von denen viele zu Standardwerken wurden. Seine 30 Bücher über Liebe, Ängste und das Helfersyndrom verkauften sich millionenfach. Schmidbauer war in den 1970er-Jahren einer der ersten Kritiker des Homo consumens aus ökologisch-psychologischer Sicht. Mit »Raubbau an der Seele« knüpft er daran an und legt ein umfassendes Psychogramm der Überflussgesellschaft vor.

Wolfgang Schmidbauer, »Raubbau an der Seele. Psychogramm einer überforderten Gesellschaft«, 256 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-96006-009-3, 22,00 Euro / 22,70 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Vom Überfluss zum Überdruss
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Nachhaltigkeit + die Entdeckung Trojanischer Pferde…

Populäre Projektionen dessen, wie eine Bewusstseinsveränderung aussehen wird, sind in den meisten Fällen nur eine Neugestaltung der “alten Denkschablonen “. Eine größere, bessere Box, in der das Paradigma aufgewertet wird, das die Bedingungen verbessert, unter denen wir unsere Sucht auf eine “grüne” Art und Weise genießen können.

So wichtig wie das ökologische Bewusstsein ist, es ist nicht genug. Das neue Paradigma kann nicht aus der intellektuellen Abstraktion einer dualistischen Interpretation einer “besseren Welt” verwirklicht werden, die auf der Infrastruktur der existierenden Varianten-Matrix aufbaut, die dieses Paradigma erzeugt.

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