Das ist das Kern-Dilemma der aktuellen Digitalpolitik:
Der Konflikt zwischen dem Recht auf Privatsphäre (Verschlüsselung) und dem Sicherheitsdrang der Staaten (Überwachung).
Hier ist die aktuelle Lage (Stand Februar 2026) bezüglich der „Hürden“ und Zugriffsschlüssel:
1. Das „Chat-Kontrolle“-Problem (CSAR)
Was Sie als „willkürlichen Zugangsschlüssel“ beschreiben, bezieht sich meist auf die EU-Verordnung zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch (bekannt als Chat-Kontrolle).
Der Status: Die Pläne für ein verpflichtendes Scannen von verschlüsselten Inhalten wurden nach massivem Widerstand (u. a. durch Deutschland) mehrfach verschoben und zuletzt im Oktober 2025 in ihrer ursprünglichen Form vorerst gestoppt.
Das Risiko: Es gibt jedoch weiterhin Bestrebungen, „freiwilliges Scannen“ zu verlängern oder Hintertüren für Behörden einzubauen, was die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) technisch schwächen würde.
2. Schweiz vs. EU: Ein entscheidender Unterschied
Proton (und auch Tresorit) sitzen in der Schweiz. Das bietet momentan noch einen strategischen Vorteil:
Kein EU-Recht: Die Schweiz
ist (noch) kein EU-Mitglied und unterliegt daher nicht direkt den Brüsseler Verordnungen zur Chat-Kontrolle.
Rechtshilfe: Ein Zugriff auf Daten ist nur bei schweren Straftaten und nach Prüfung durch ein schweizerisches Gericht möglich. Da die Anbieter technisch „Zero-Knowledge“ arbeiten, könnten sie selbst bei einem Beschluss keine lesbaren Daten liefern, da sie die Schlüssel nicht besitzen.
3. „Einfache“ Anbieter und die EU-Gesetzgebung
Wenn Sie zu einem Anbieter innerhalb der EU wechseln (wie Filen oder Hetzner/Nextcloud), gilt Folgendes:
Starke DSGVO: Sie haben den besten Schutz gegen kommerziellen Datenmissbrauch.
Politisches Risiko: Diese Anbieter wären von einer potenziellen EU-weiten Scansoftware direkt betroffen.
Die Lösung: Nutzen Sie Anbieter, die Open-Source-Verschlüsselung einsetzen. Wenn die Verschlüsselung lokal auf Ihrem Gerät passiert (wie bei Filen.io oder Tresorit), kann kein Gesetz der Welt den Anbieter zwingen, einen Schlüssel herauszugeben, den er technisch gar nicht hat.
Fazit:
Proton ist genau deshalb so „unbequem“ (keine Sortierung im Web), weil sie die Schlüssel so strikt von ihrem Server trennen, dass sie selbst nichts damit machen können. Anbieter, die Teamwork „bequemer“ machen, lagern oft Teile der Logik (und damit der Schlüsselverwaltung) auf den Server aus – was sie anfälliger für staatliche Zugriffe macht.
Alternativen
1. Filen.io (Die “einfache” Krypto-Alternative)
Kommt ebenfalls aus Deutschland, ist Ende-zu-Ende verschlüsselt, aber technisch wesentlich flexibler als Proton.
Vorteil: Die Web-Ansicht erlaubt das Sortieren nach Datum in allen Ordnern.
Teamwork: Geteilte Links funktionieren wie ein normaler Datei-Explorer im Browser. Niemand muss etwas installieren.
Preis: Sehr günstig, oft gibt es “Lifetime”-Pläne.
2. Tresorit (Der Goldstandard für Business)
Wenn es wirklich professionell sein muss und Sicherheit extrem wichtig ist.
Vorteil: Speziell für Teamwork und externe Partner entwickelt. Die Web-Oberfläche ist hochmodern.
Teamwork: “Link-Tracking” – du siehst, wer wann was gemacht hat, ohne dass der andere eine App braucht. Sortierung nach Datum ist Standard.
Nachteil: Teurer als Proton.
3. Nextcloud (Die volle Kontrolle)
Kann man selbst hosten oder bei deutschen Anbietern (wie Hetzner) fertig gemietet nutzen.
Vorteil: Es ist ein echtes Collaboration-Tool. Kalender, Aufgaben, Dateien – alles an einem Ort.
Teamwork: Sortierung nach Datum, Kommentare an Dateien, Aktivitäts-Feed (wer hat was geändert).
Sicherheit: Kann verschlüsselt werden, ist aber im Browser deutlich schneller und komfortabler.
Es gibt Anbieter, die wie Proton auf Zero-Knowledge-Verschlüsselung setzen, aber im Browser deutlich komfortableres Teamwork (inklusive funktionierender Datums-Sortierung) ermöglichen.
Hier sind die besten Alternativen, die Sicherheit und Benutzbarkeit besser kombinieren:
1. Filen.io (Einfach & Günstig)
Filen kommt aus Deutschland und ist für seine sehr aufgeräumte Web-Oberfläche bekannt.
Team-Vorteil: Die Web-Ansicht erlaubt es, Dateien und Ordner in der Listenansicht nach Name, Größe oder Änderungsdatum zu sortieren.
Gäste: Man kann öffentliche Links erstellen, die für Empfänger wie ein normaler Datei-Explorer aussehen.
Datenschutz: Volle Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE). Da der Server die Dateinamen und Daten nicht lesen kann, wird die Sortier-Logik direkt im Browser des Nutzers ausgeführt.
2. Tresorit (Der Business-Standard)
Tresorit sitzt wie Proton in der Schweiz und ist speziell auf Unternehmen und professionelles Teamwork ausgelegt.
Team-Vorteil: Es bietet eine der ausgereiftesten Web-Apps im Sicherheitsbereich. Die Sortierung nach Datum ist Standard und funktioniert zuverlässig.
Gäste: Die Funktion „Tresorit FileSharing“ erlaubt es, Dateien mit Externen zu teilen, wobei man exakt steuern kann, wer was sieht, ohne dass der Gast eine App braucht.
Datenschutz: Zertifizierte Zero-Knowledge-Architektur. Es ist deutlich teurer als Proton, bietet dafür aber echtes Administrations-Management für Teams.
3. MEGA.nz (Viel Platz & Gute Web-Features)
MEGA ist einer der Pioniere der Browser-Verschlüsselung und hat sein Web-Interface über Jahre optimiert.
Team-Vorteil: Im Cloud-Drive lässt sich in der Listenansicht die Spalte „Hinzugefügt“ oder „Zuletzt geändert“ einblenden und mit einem Klick sortieren.
Gäste: Geteilte Ordner-Links sind sehr benutzerfreundlich und erlauben Empfängern ebenfalls, die Ansicht nach ihren Wünschen zu sortieren.
Datenschutz: E2EE ist Standard. Der Ruf ist durch die Vergangenheit etwas belastet, aber technisch ist die Verschlüsselung nach wie vor solide und bietet viel Gratis-Speicher.
Vergleich der Web-Sortierung (ohne App-Installation)
Anbieter Sitz Sortierung nach Datum (Web) Eignung für Gäste
Proton Drive Schweiz ❌ Mangelhaft / nur Name ⚠️ Umständlich
Filen.io Deutschland ✅ Sehr gut ✅ Einfach
Tresorit Schweiz ✅ Exzellent ✅ Professionell
MEGA.nz Neuseeland ✅ Gut ✅ Sehr einfach
Zusammenfassung: Wenn Sie keine Lust auf die Proton-Desktop-App haben und eine einfache Lösung für temporäre Projekte suchen, ist Filen.io die modernste und günstigste Wahl. Wenn Sie ein festes Team mit hohen Sicherheitsansprüchen leiten, ist Tresorit trotz des höheren Preises die einzige Lösung, die Teamwork wirklich flüssig macht.
Preisübersicht (Monatliche Zahlung)
Filen.io: Der Preis-Leistungs-Sieger für einfache E2EE-Speicherung.
200 GB: 1,99 € / Monat
500 GB: 3,99 € / Monat
2 TB: 8,99 € / Monat
Besonderheit: Keine dedizierten Team-Tarife, aber sehr günstige Einzelpläne mit einfacher Ordnerfreigabe.
MEGA.nz: Viel Speicher für wenig Geld bei guter Web-Bedienung.
Pro I (2 TB): ca. 9,99 € / Monat
Pro II (8 TB): ca. 19,99 € / Monat
Business: Ab ca. 15,00 € pro Monat für 3 Nutzer (unbegrenzter Speicher gegen Aufpreis).
Tresorit: Die teuerste, aber professionellste Lösung für Unternehmen.
Personal (1 TB): ca. 13,99 € / Monat
Business Standard: Ab ca. 14,50 € pro Nutzer/Monat (Mindestanzahl Nutzer beachten).
Besonderheit: Extrem detaillierte Zugriffskontrollen und professionelles Gäste-Management.
Proton Drive (Zum Vergleich):
Plus (200 GB): ca. 4,99 € / Monat
Unlimited (500 GB + Mail/VPN): ca. 12,99 € / Monat
Business: ca. 7,99 € pro Nutzer/Monat für 1 TB.
Hier ist ein konkretes Rechenbeispiel
in Team von 5 Personen und einem Speicherbedarf von ca. 2 TB, basierend auf den aktuellen Marktkonditionen für 2026.
Rechenbeispiel: Team (5 Nutzer) / ca. 2 TB Speicher
Anbieter Tarif-Modell Monatliche Kosten (Team gesamt) Kosten pro Nutzer Besonderheit für das Teamwork
Filen.io 1x Pro III (2 TB) ~ 8,99 € ~ 1,80 € Geteilter Account oder Ordnerfreigabe; beste Web-Sortierung für Gäste.
MEGA.nz Business (3 TB inkl.) ~ 25,50 € ~ 5,10 € Inklusive 3 Nutzer (weitere ~ 5 €/Nutzer); sehr einfach für Gäste ohne App.
Proton Drive Drive Professional ~ 39,95 € ~ 7,99 € 1 TB pro Nutzer; keine Datums-Sortierung für Gäste im Browser.
Tresorit Business Standard ~ 72,50 € ~ 14,50 € Profi-Kontrolle & Audit-Logs; beste Usability für externe Partner.
Detail-Analyse der Kosten
Filen.io (Günstigste Lösung): Filen bietet aktuell keine komplexen “Admin-Konsolen”, aber man kann einen Pro III Plan mit 2 TB für nur 8,99 €/Monat buchen. Für ein kleines Team, das einfach nur einen gemeinsamen, sortierbaren Ordner im Browser braucht, ist dies die wirtschaftlichste Lösung.
MEGA.nz (Flexibelste Lösung): Der Business-Plan startet bei ca. 15,00 € für 3 Nutzer (inkl. 3 TB Speicher). Bei 5 Nutzern landet man bei etwa 25,50 €. Es ist der beste Kompromiss, wenn man viel Speicher und eine gute Browser-Bedienung für Gäste sucht.
Tresorit (Premium Lösung): Mit 14,50 € pro Nutzer ist Tresorit preislich in einer anderen Liga. Dafür erhalten Sie eine schweizerische E2EE-Lösung, die technisch so ausgereift ist, dass Ihre Gäste und Partner keinerlei Reibungsverluste bei der Sortierung oder Ansicht haben.
Proton Drive (Vergleich): Bei 5 Nutzern im Professional-Tariv zahlen Sie ca. 40 €/Monat. Da Sie hier aber das Problem mit der fehlenden Browser-Sortierung haben, zahlen Sie im Grunde für ein “Tresor-Feature”, das Ihr Teamwork eher ausbremst statt beschleunigt.




