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Während Venus im Skorpion rückläufig ist, werden sich viele der Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen, durch ein Verständnis des Stiers – des Polaritätspunkts aus Sicht der evolutionären Astrologie – weiterentwickeln. Die Stier-Seite der Venus betrifft unsere Beziehung zum eigenen Selbstwert. In vielerlei Hinsicht ziehen wir die Beziehungen an, von denen wir glauben, dass wir sie verdienen – im Guten wie im Schlechten.
Wenn unser Selbstwertgefühl gering ist, lassen wir es oft zu, dass Partner uns schlecht behandeln, weil wir tief im Inneren – und oft unbewusst – glauben, nichts Besseres verdient zu haben.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Stiers sind unsere Werte in Beziehungen: Dabei geht es nicht nur darum, wie sehr wir uns selbst wertschätzen, sondern auch darum, wie wir – bewusst oder unbewusst – Beziehungen wählen, die mit unseren Werten im Einklang stehen.
Wir mögen zwar sagen, dass wir uns eine stabile Beziehung wünschen. Doch immer wieder fühlen wir uns zu chaotischen Menschen hingezogen, entscheiden uns für sie und verbringen Zeit mit ihnen, weil unser Nervensystem Intensität mit Liebe verknüpft.
Vielleicht sagen wir bewusst: „Ich lege Wert auf emotionale Tiefe. Ich wünsche mir jemanden, mit dem ich eine wirklich tiefe Verbindung eingehen kann.“ Doch dann entscheiden wir uns immer wieder für emotional nicht verfügbare Partner, weil uns deren emotionale Unerreichbarkeit in Wahrheit davor schützt, die Verletzlichkeit echter Intimität erleben zu müssen.
Jemand mag zwar behaupten, Ehrlichkeit und Authentizität in Beziehungen zu schätzen, scheut aber dennoch schwierige Gespräche aus Angst davor, was geschehen könnte, wenn er sein wahres Selbst offenbart. Meist ist es die Angst vor Zurückweisung.
Die Werte, die uns angeblich wichtig sind, stehen im Widerspruch zu unseren Entscheidungen. Das führt mich zum körperlichen Aspekt des Stiers. Um stimmig zu sein, mit unseren Werten in Verbindung zu stehen, einen geerdeten Selbstwert in Beziehungen zu besitzen und Entscheidungen aus dieser Haltung heraus zu treffen, müssen wir einen guten Draht zu unserem Körper haben.
Wir müssen uns unserer Bedürfnisse bewusst sein und eine gewisse Eigenständigkeit besitzen – im Sinne davon, dass wir nicht körperlich, emotional oder gar spirituell von anderen Menschen abhängig sind, um zu bestehen.
Wenn wir nicht stimmig sind, sagen wir vielleicht das eine, während unser Körper eine ganz andere Botschaft vermittelt. Man darf nicht vergessen: Wir nehmen nicht nur die Worte wahr, die jemand spricht, sondern wir lesen dessen Nervensystem. Und unser Gegenüber reagiert auf den Zustand unseres Nervensystems – nicht auf unsere Worte oder unsere Mimik. All das geschieht unbewusst. – Laura Matsue


