GOTS
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Global Organic Textile Standard (GOTS)

Die GOTS International Working Group (GOTS IWG) gibt Version 4.0 ihres weltweit anerkannten Standards für die Herstellung von Textilien aus mindestens 70% (Labelstufe „made with organic“) bzw. 95% (Labelstufe „organic“) zertifiziert biologisch erzeugten Naturfasern bekannt. Der GOTS hält in seinen Kernbestimmungen fest, wie dem 70%tigem Mindestanteil zertifizierter Biofasern, dem generellen Verbot des Einsatzes von Substanzen aus strittigen Verfahren wie Gen-´oder Nanotechnologie und den Verboten von weiteren gefährlichen Substanzen, wie karzinogene Azofarbstoffen oder Formaldehyd.

Neu sind Regelungen zu erlaubten Fasern des konventionellen Restfaseranteils: Diese können nun auch bis zu 30% Regenerat bzw. Synthetik-Fasern sein, wenn sie aus ökologischer Sicht verbessert sind. Für Regeneratfasern bedeutet dies, dass der Rohstoff aus zertifiziert ökologischer Landwirtschaft bzw. nachhaltiger Forstwirtschaft stammt oder zertifiziert recycelt sein muss. Für synthetische Fasern müssen die Rohstoffe recycelt und ebenfalls entsprechend anerkannter Standards zertifiziert sein.

„Die bisherige Fokussierung auf Naturfasern für den (bis max. 30%) erlaubten konventionellen Faseranteil ist nach heutigen Erkenntnissen durch Ökobilanzen nicht mehr vertretbar. Textilherstellern steht durch diese Änderungen künftig eine größere Auswahl an Fasermischungen zur Verfügung, wenn sie auch bei Regenerat-
und Synthetikfasern die aus ökologischer Sicht günstigeren Varianten einsetzen. Dadurch wird ein breiteres Sortiment für GOTS zertifizierte Produkte ermöglicht, was letztlich auch der vermehrten Verwendung von Biofasern dient“ erläutert der GOTS Technische  Direktor, Marcus Brügel. Neu sind auch die Verbote von originärem (virgin) Polyester und dem jüngst in die Schlagzeilen geratenen Angora. Beides ist vertretbar.
Recyceltes Polyestergarn ist inzwischen weitgehend verfügbar. Bei Angora ist das Verbot eine Folge der meist inakzeptablen Haltung von Angora-Kaninchen“ so Brügel weiter.

Auch die Weiterverarbeitung ist strenger geregelt. Wie in jedem Revisionsprozess wurden neueste Erkenntnisse hinsichtlich Textilchemie und Testverfahren berücksichtigt.Verschiedene geltende Bestimmungen und Grenzwerte wurden weiter verschärft. Der bereits umfangreichen Liste verbotener Substanzen und strikter Rückstandswerte wurden weitere hinzugefügt. Damit wird u.a. auch deutlicher dargestellt, dass alle von Greenpeace in seiner „Detox Kampagne“ kritisierten Substanzen wie bisher auch weiterhin selbstverständlich im GOTS verboten sind.

Für spezielle Produktgruppen, wie textile Verbands- und Hygieneprodukte oder Matratzen wurden neue Kriterien verabschiedet. Die GOTS Sozialkriterien orientieren sich an den Kern arbeitsnormen der ILO (International Labour Organization), die u.a. Kinderarbeit verbieten. Die Prüfbereiche, die von den Inspektoren während der Vor-Ort-Kontrolle abgedeckt werden müssen, wurden weiter spezifiziert. Der GOTS 4.0 nennt nun ausdrücklich Programme oder Zertifizierungen, deren Ergebnisse bei der GOTS Inspektion berücksichtigt werden sollen:
Fair Wear Foundation (FWF), Social Accountability 8000 (SA800), Worldwide Responsible Accredited Production (WRAP) und die Business Social Compliance Initiative (BSCI).

Die bereits bestehenden Schulungspflichten zur Arbeitssicherheit sind um die Themen Feuerprävention und Evakuierung ergänzt. Die  nternehmen haben ein Jahr Zeit, die neuen Regelungen umzusetzen. GOTS 4.0 ist das Ergebnis eines sich alle drei Jahre wiederholenden Revisionsverfahrens mit Multi-Stakeholder-Beteiligung. Dazu werden international operierende Stakeholder aus den Gebieten Ökologischer Landbau, Textilverarbeitung, Textilchemie, Sozialkriterien,    Industrie, NGOs und Verbraucher zur Mitarbeit eingeladen. Unter den mitwirkenden Organisationen waren diesmal unter anderen Greenpeace, die Clean Clothes Campaign, Fairtrade, die Fair Wear Foundation, IFOAM und Textile Exchange.

GOTS Jahresbericht 2013
Nachdem 2012 die Anzahl der GOTS zertifizierten Betriebe in 62 Ländern weltweit die 3.000er Marke knackte, blieb sie in 2013 mit einem Zuwachs auf 3.085 Betriebe stabil. Ein teilweise durch den Trend zur Konzentration von GOTS Aufträgen an bestimmte schon zertifizierte Betriebe verursachten Rückgang in Asien wurde durch einen bemerkenswert starken Anstieg in Europa überkompensiert. So  verzeichneten Deutschland (+66%) Österreich (+14%) und die Schweiz (+27%) insgesamt alle zusammen insgesamt 109 neue Unternehmen.
Portugal weist mit 33 neuen Unternehmen einen Zuwachs von 73% auf, Italien legte 13% zu Frankreich 12%.

Die Top 20 Länder, gemessen an der Anzahl der zertifizierten Betriebe:
Indien, Türkei, Deutschland, China, Südkorea, Italien, Pakistan, Bangladesch, Japan, Portugal, Frankreich, Großbritannien, USA, Österreich, Schweiz, Niederlande, Griechenland, Dänemark, Belgien und Sri Lanka. „Den Anstieg in Europa sehen wir als äußerst positives Zeichen. Die GOTS Zertifizierung bedeutet für die Unternehmen neben dem effektiven Lieferkettenmanagement einen zunehmenden Wettbewerbsvorteil. Sie finden dadurch ihren Business Case for Sustainability. Dabei üben diese Unternehmen erstens einen Pull-Effekt auf die gesamte weltweite Lieferkette aus und zweitens eine Push-Effekt in Richtung Verbraucher. Sie machen sich dadurch zu echten Agenten des Wandels zu Nachhaltigkeit in der Textilindustrie und sichern sich gleichzeitig ihren langfristigen Unternehmenserfolg“ so Claudia Kersten, GOTS Marketingdirektorin. Alle zertifizierten Unternehmen sind in der seit 2010 öffentlich zugänglichen Datenbank auf der GOTS Webseite aufgeführt. Jährlich werden dort über 100.000 Suchanfragen gestellt. Momentan sind siebzehn unabhängige Zertifizierungsorganisationen für  den GOTS zugelassen. Den GOTS 4.0, das da zugehörige Manual zur Umsetzung, eine Liste der relevanten Änderungen, Ergänzungen aus verschiedenen Regionen und Übersetzungen dieser Mitteilung in verschiedene Sprachen, sowie weitere Informationen zum GOTS finden Sie unter www.global-standard.org

LINK
www.getchanged.net/de

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Nachhaltigkeit + die Entdeckung Trojanischer Pferde…

Populäre Projektionen dessen, wie eine Bewusstseinsveränderung aussehen wird, sind in den meisten Fällen nur eine Neugestaltung der „alten Denkschablonen „. Eine größere, bessere Box, in der das Paradigma aufgewertet wird, das die Bedingungen verbessert, unter denen wir unsere Sucht auf eine „grüne“ Art und Weise genießen können.

So wichtig wie das ökologische Bewusstsein ist, es ist nicht genug. Das neue Paradigma kann nicht aus der intellektuellen Abstraktion einer dualistischen Interpretation einer „besseren Welt“ verwirklicht werden, die auf der Infrastruktur der existierenden Varianten-Matrix aufbaut, die dieses Paradigma erzeugt.

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